Supplementation von Mikronährstoffen

Idealerweise erfolgt die Supplementation mit Spezialpräparaten für die bariatrische Chirurgie. Diese sind in Deutschland leider nicht in Apotheken verfügbar, sondern müssen von den Patienten über das Internet bestellt werden. Es gibt derzeit drei Anbieter: fitforme, Celebrate und Bariatric Advantage. Die Angebote der Firmen sind seriös, es findet eine

Beratung der Patienten je nach OP-Verfahren statt. Das Handling der fitforme-Präparate erscheint besonders einfach, weil für jedes Operationsverfahren genau ein Präparat angeboten wird.

 

Die Supplementation kann auch mit Standard-Multivitamin-Mineralstoff-Präparaten (MVM) aus dem Drogeriemarkt erfolgen. In diesem Fall empfehlen wir den Patienten, 200% RDA täglich zu nehmen, was in der Regel 2 Tabletten entspricht. Zusätzlich muss jedoch folgendes beachtet werden: 

  • Vitamin A: Im Standardpräparat unterdosiert. Meist ist eine zusätzliche Einnahme von 5000 bis 10 000 IE täglich erforderlich.
  • Vitamin D: 1 x 20 000 E / Woche (z. B. Dekristol 20000) oder 3000 E täglich
  • Vitamin B12: 1000 ug i. m. oder s. c. / Monat
  • Folsäure: Nach pRYGB mindestens 200 mg /Tag zusätzlich oder auch 5 mg Folsäure / Woche. Nach LSG kann der Folsäuregehalt des MVM ausreichen.
  • Eisen: Nach pRYGB 50 mg / Tag als Sulfat, Fumarat oder Gluconat. Nach LSG kann der Eisengehalt des MVM ausreichen, weil die Nahrungspassage durch das Duodenum, dem wichtigsten Resorptionsort des Eisens, erhalten bleibt.
  • Selen, Kupfer und Zink fehlen in den meisten Standardvitaminpräparaten. Für Zink gibt die Leitlinie eine Supplementation in der Größenordnung von 8 - 15 mg täglich an. Kupfer soll mit 2 mg täglich supplementiert werden und zu SElen gibt es keine Dosisangabe. Die minimale tägliche Selenzufuhr für Gesunde liegt bei 70 mg.
  • Kalzium: 1200 – 1500 mg als Kalziumzitrat. Gängige Präparate enthalten Kalziumkarbonat, dessen Löslichkeit jedoch postoperativ bei erhöhtem Magen-pH zu gering ist. Ein Ausweg sind Kalzium-Brausetabletten beliebiger Anbieter, die nach dem Auflösen Kalziumzitrat in Lösung enthalten und gut resorbiert werden. Für Kautabletten oder Filmtabletten muss man aber wieder auf das Angebot der Spezialfirmen zurückgreifen.