Behandlung der Adipositas

Strukturierte Programme

Es gibt einige wenige von den Krankenkassen anerkannte Programme mit Verhaltenstherapie, Ernährungsschulung und Bewegung. Solche Programme dauern meist ein Jahr. Die Krankenkassen erstatten ihren Versicherten in der Regel 80% der Kosten zurück, wenn eine regelmäßige Teilnahme nachgewiesen werden kann. Die Kosten liegen zwischen 1500 € und 2000 €.


M.O.B.I.L.I.S.: 

- für Patienten mit einem BMI unter 40 kg/m²
- keine Zuzahlung durch die Krankenkasse
- mittlere Gewichtsabnahme nach 12 Monaten: 5,7 kg oder 5,4% des Körpergewichtes
- Gewichtsverlust über 15% des Körpergewichtes in 10% der Fälle

Doc-Weight:

- für Patienten mit einem BMI von 40 kg/m² und mehr
- Zuzahlung durch die Krankenkasse 
- mittlere Gewichtsabnahme nach 12 Monaten: 9,1 kg oder 6,4% des Körpergewichtes
- Gewichtsverlust von über 15% des Körpergewichtes in 11% der Fälle

e.a.t.:

- für Patienten mit einem BMI von 40 kg/m² und mehr
- Zuzahlung durch die Krankenkasse
- mittlere Gewichtsabnahme nach 12 Monaten: 16 kg (mündliche Mitteilung)

Optifast:
- Mahlzeitenersatz durch Eiweiß-Shakes
- für Patienten mit einem BMI von 40 kg/m² und mehr
- mittlere Gewichtsabnahme 11,3 % des Körpergewichtes

Fazit: Strukturierte Programme wie Doc-Weight und e.a.t. eignen sich für Patienten, für die eine Gewichtsabnahme von 10 – 20 kg ausreichend ist. Nach einer Gewichtsabnahme in dieser Größenordnung können sich Gesundheitsprobleme wie Bluthochdruck, Diabetes und Gelenkbelastung schon wesentlich bessern.


Das multimodale Konzept

Es geht auch sehr viel einfacher als mit den oben geschilderten großen Schulungsprogrammen. In einer ernährungsmedizinisch orientierten internistischen Praxis oder bei einer freiberuflichen Ernährungsfachkraft können Sie sich beraten lassen. Die Verordnung hierfür bekommen Sie von Ihrem Arzt (Wie, das geht steht auf der Seite "Für Ärzte"). Gemeinsam mit den Beratungskräften überlegen Sie, welche Art der körperlichen Betätigung Sie finden können. Vielleicht haben Sie einen körperlich anstrengenden Beruf? Dann macht zusätzlicher Sport natürlich keinen Sinn. Sind Sie viel unterwegs? Dann zählen Sie ihre Schritte mit einem modernen Schrittzähler. Gehen Sie zum Schwimmen, zum Tanzen oder zum Krafttraining oder lassen Sie sich von Ihrem Arzt REHA-Sport rezeptieren. Wenn Sie eine bariatrische Operation anstreben, verlangen die Krankenkassen den Nachweis einer sportlichen Aktivität über zwei Stunden in der Woche und eine regelmäßige Ernährungsberatung über sechs Monate. Viele Kassen geben Zuschüsse von etwa 80% zu den entstehenden Kosten. Hierzu berät das Adipositas-Zentrum Sie gern.


Die bariatrische Operation

Der Begriff "bariatrische Chirurgie" umfasst alle operativen Maßnahmen, die zur Therapie von Adipositas eingesetzt werden. Hierunter fallen zum Beispiel die Magenbypass-Operation und die Schlauchmagen-Operation. Auch der Magenballon und das Magenband fallen unter die bariatrischen Eingriffe. Die chirurgische Therapie ist die Lösung für alle massiv adipösen Patienten, die ein Leben voller frustrierender Diäten hinter sich haben und jetzt eine wirklich wirkungs-volle Therapiemaßnahme suchen. Durch die Operation wird das Sättigungsempfinden gesteigert und die Essens-Portionen werden mühelos kleiner. Im Gegensatz zu den strukturierten und multimodalen Konzepten kann man mit der Operation seinem Ziel-gewicht wirklich nahekommen: Die durchschnittliche Gewichtsabnahme liegt bei fast 50 kg oder 70% des Übergewichtes. Die Kosten der Operation werden von den Krankenkassen auf Antragstellung übernommen. Voraussetzung ist, dass Sie einen BMI über 40 kg/m² haben, sechs Monate an einem multimodalen Konzept teilgenommen haben und ein psychologisches Gutachten vorlegen können, in dem die Operation befürwortet wird. Wenn Sie  unter einem schwer einstellbaren Diabetes leiden, kann eine bariatrische Operation auch schon dann durchgeführt werden, wenn der BMI zwischen 35 und 39,9 kg/m² liegt. Dabei geht es genau genommen nicht nur um die Gewichtsreduktion, sondern in erster Linie um die Verbesserung der Blutzuckereinstellung. Deshalb spricht man in dieser Situation nicht von bariatrischer sondern von metabolischer Chirurgie.  Wenn Sie einen BMI von 50 kg/m² oder mehr haben, kann die Operation ohne Antragstellung erfolgen. Eine internistische Untersuchung, die Ernährungsschulung und das psychologische Gutachten sind aber auch hier erforderlich. Die Vorlaufzeit beträgt für Patienten mit einem BMI über 50 kg/m² nur drei statt der sechs Monate.

 

Bei allen Fragen rund um die Antragstellung werden Sie von Ihrem Adipositas-Zentrum Schritt für Schritt begleitet.