Medikamente und bariatrische Operation

Alle Medikamente, die gegen Schmerz und Entzündung wirken sollen, müssen kritisch hinterfragt werden. Diese Präparate behindern die Produktion von Schutzfaktoren der Magenschleimhaut, so dass die Magensäure die Schleimhaut schädigen kann. Diese Schädigung der Magenschleimhaut kann sich als Gastritis äußern oder auch als Geschwür von Magen und Zwölffingerdarm. Am gefährlichsten ist die schmerzlose Magenblutung. Normalerweise kann man durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) diese Zustände erkennen und behandeln. Nach einer Magenbypass-Operation sind Magen und Zwölffingerdarm aber nicht mehr durch die Gastroskopie erreichbar. Dadurch werden Erkrankungen dieser Organe gefährlicher als bei normaler Anatomie. Am besten schauen Sie auf das Kleingedruckte auf der Packung, hier finden Sie die chemischen Bezeichnungen für die Inhaltsstoffe. Folgende Substanzen sind problematisch für Patienten nach Adipositas-OP: 

  • Acetylsalycilsäure, ASS
  • Ibuprofen
  • Naproxen
  • Diclofenac
  • Indometacin
  • Piroxicam
  • Phenylbutazon
  • Meloxicam
  • Celecoxib
  • Etoricoxib

Diese Medikamente werden pharmakologisch als "NSAR" (nicht steroidale Antirheumatika), "NSAID" oder Antiphlogistika bezeichnet. Sie wirken nicht nur gegen Schmerzen, sondern hemmen auch die Entzündungsreaktion bei Arthrose und Arthritis. Wenn eine Behandlung mit dieser Medikamentengruppe absolut notwendig ist, könnte man unter Umständen eine Kombination von Celecoxib oder Etoricoxib mit einem Magenpräparat wie Pantoprazol diskutieren. Diese beiden Mittel sind deutlich magenverträglicher als die übrigen Antiphlogistika. Dies ist aber eine individuelle Entscheidung, muss mit dem Arzt abgesprochen werden und ist in keiner Leitlinie abgebildet. 


Anti-Baby-Pille

Man weiß nicht genau, ob "die Pille" bei Patientinnen nach einer bariatrischen Operation sicher eine Schwangerschaft verhütet. Andererseits ist es absolut ungünstig, in den ersten achtzehn Monaten nach einer bariatrischen Operation schwanger zu werden. Alle Patientinnen müssen deshalb unbedingt mit ihrem Partner und dem Frauenarzt über eine sichere alternative Verhütungsmethode sprechen. Mit der Gewichtsabnahme steigt die Fruchtbarkeit und es kann viel leichter als vor der Operation zu einer ungewollten Schwangerschaft kommen.